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Hommage an den Gitarren-Mann

Sandra Binkenstein

 

Bei der Einweihung der neu gestalteten Litfaßsäule an der Röbendiekenstraße (von links): Doris Hauptmann, Kathrin Bartholdy und Holger Harms-Bartholdy

Bild: Sandra Binkenstein

 

Die Künstlerin hat die Litfaßsäule an der Röbendiekenstraße in Neuenburg in eine Leinwand verwandelt und mit einem Gemälde versehen. Zu sehen ist darauf der Vater der Neuenburger Gitarrentage

 Ein wahres Kunstwerk ist das Gemälde auf der Litfaßsäule an der Röbendiekenstraße in Neuenburg geworden. Doch wer ist dieser Gitarre spielende Mann auf dem Bild? Dieses Geheimnis hat die Künstlerin Doris Hauptmann aus Zetel jetzt gelüftet. Sie hatte die alte Litfaßsäule, die längst ihren Zweck überdauert hat, in eine Leinwand verwandelt und mit Acrylfarben den Vater der Neuenburger Gitarrentage darauf verewigt: Holger Harms-Bartholdy.

Zur offiziellen Einweihung des Kunstwerks im öffentlichen Raum hatte der Neuenburger Kunstverein „Die Bahner“ jetzt eingeladen. Mehr als 20 Mitglieder und Freunde des Kunstvereins sowie Vertreter der Gemeinde, darunter der Erste Gemeinderat Bernd Hoinke und der stellvertretende Bürgermeister Fred Gburreck, sind der Einladung gefolgt. Und mit dabei war auch der Ehrengast, der Westersteder Gitarrenbauer Holger Harms-Bartholdy, mit seiner Frau Kathrin Bartholdy.

Zum 22. Mal richtet Holger Harms-Bartholdy in diesem Jahr die Neuenburger Gitarrentage aus. Dabei unterrichten renommierte Dozenten aus aller Welt Seminarteilnehmer in der Kunst des Gitarrespielens. Die Künstlerin Doris Hauptmann ist begeistert vom Engagement des Musikers. „Neuenburg ist ein Kulturort, und als ich überlegt habe, wie ich das auf die Litfaßsäule bringen kann, habe ich an Holger gedacht. Er tut so viel für die Gemeinde“, sagt die Künstlerin. Also hat sie Holger Harms-Bartholdy besucht, ihn fotografiert und das Motiv realistisch auf die Litfaßsäule gemalt. Auch seine Frau Kathrin Bartholdy ist darauf zu sehen: Sie steht mit einer Geige im Hintergrund auf einer Brücke. Die Landschaft auf dem Gemälde zeigt die Wiesen auf der rechten Seite zwischen Zetel und Neuenburg.

Die Idee, die in die Jahre gekommene Litfaßsäule mit einem Gemälde zu versehen, hatte die Künstlerin Doris Hauptmann selbst. Zusammen mit dem Vorsitzenden des Kunstvereins, Wolfgang Andrée, ist sie mit dem Vorschlag an die Gemeinde herangetreten. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist absolut reibungslos. Nur ein paar Minuten saßen wir zusammen“, sagt Wolfgang Andrée. Die Künstler hatten bei der Gestaltung freie Hand.

Vor der Litfaßsäule haben die Bahner außerdem eine weitere Pflasterkunst-Fläche angelegt, es ist die 16. Fläche, die im Nachgang der Kunstwoche„Pflasterkunst“ neu gestaltet wurde. Einige der Steine sind die originalen Graubasaltsteine, mit denen Zwangsarbeiter unter der Herrschaft der Nationalsozialisten die heutige Bundesstraße gebaut haben.

Das Motiv der Pflasterfläche zeigt Noten, passend zum Musiker auf dem Litfaßsäulen-Gemälde. Die Idee für die Noten-Pflasterfläche hatte Wolfgang Andrée selbst. Er sagte bei der Einweihung: „Ich hoffe jetzt nur, dass niemand mehr Reklame auf die Litfaßsäule klebt und sie damit zweckentfremdet.“